Persönlichkeiten
Dorothea Milde kann gewiss als Quedlinburger Original bezeichnet werden.

Viele ältere Quedlinburger erinnern sich noch gut an die kleine, zierliche Frau mit Fahrrad und Schäferhund. Das Rad schob sie, der Hund trottete neben ihr her. Sie sah schlecht, darum lief sie. Freundlich war sie und erfreut, wenn man sie ansprach und sie gab Auskunft auf Fragen. Fragen nach ihrer Arbeit, ihrer Hundezucht oder dem Zustand ihres Gartens, draußen am Bornholzweg.

Bis 1923 hatte sie am hiesigen Lyzeum Zeichenunterricht gegeben. Dann musste sie vorzeitig den Dienst quittieren wegen ihres nachlassenden Gehörs. Nun konnte sie sich ihrer Leidenschaft, dem Zeichnen und Malen hingeben, was von früher Jugend an ihre Berufung gewesen war. Dem Vater zuliebe hatte sie "etwas Richtiges" gelernt.

Sie zog aus der kleinen Wohnung in der Schwalbestrasse aus und kaufte sich ein wunderschönes Grundstück am Bornholzweg. Die Quedlinburger Baufirma Baranke plante den Bau eines nach ihren Angaben entworfenen Hauses. Doch es kam anders: Die Inflation vernichtete ihre Ersparnisse, ihr blieb nur das Grundstück.

Glücklicherweise hatte sie einen tüchtigen Man an ihrer Seite, der ihr eine kleine, provisorische Holzhütte anstelle des geplanten Hauses hinsetzte, indem sie viele Jahre wohnte. Dass sich die Quedlinburger die Mäuler zerrissen ob dieser nicht legalisierten Partnerschaft, kümmerte Dorchen - wie sie ihre Anhänger liebevoll nannten - wenig.

Der Platz, so weit außerhalb der Stadt, ermöglichte ihr, die bereits während ihrer Dienstzeit begonnende Hundezucht weiter zu betreiben und auszuweiten. Und auch in dieser Hinsicht brachte sie es zu ausgesprochen guten Erfolgen. Ihre Hunde konnten als Blindenhunde mit entsprechender Ausbildung in ganz Europa vermittelt werden. Sie bekam internationale Preise und Auszeichnungen für ihre Tiere.

Doch die Malerei perfektionierte Dorothea Milde so weit, dass Experten sie als 2. Käthe Kollwitz bezeichneten. Die Freundschaft mit Paula Moderson-Becker führte sie alljährlich in die Künstlerkolonie Worpswede bei Bremen, wo sie mit allen Größen der modernen deutschen Malerei zusammentraf.

Ich denke, dass wir Quedlinburger stolz sein können auf einen so außerordentlich begabten Menschen, die nicht nur als Künsterin sondern auch als Lehrerin und Tierzüchterin viel geleistet hat. Ihre bewegende Freundlicheit haben wir älteren Quedlinburger noch immer in liebevoller Erinnerung..

Ihr künsterlischer Nachlass wird im Halberstädter Gleimhaus aufbewahrt und gelegentlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
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21. Juli 2017
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